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Ottrau 21.05.2005
Nach den intensiven Regengüssen der letzten Tage hegten wir große Hoffnung, dass sich endlich mal wieder die Sonne zeigt. Nach dem Tagesgeschehen sollte ein gemütlicher Ausklang am Lagerfeuer stattfinden und so hatten einige Teilnehmer ihre Zelte im Gepäck. Unser besorgter Förster Thomas Müller wollte die Glut schüren und unsere Gaumen am Abend mit „hessische Schpezialitäte erfreuen. Wir wollen ihm das hoch anrechnen, denn er feierte an diesem Samstag seinen Geburtstag.
Die Teilnehmer, auch Eva und Thomas, trafen pünktlich ein und man war gespannt, was der Tag an Neuerungen beschert. Der Herr der Grube und des Maschinenparks, Frank Schneider, hatte in gemeinsamer Arbeit mit den Instruktoren Markus, Matthias und Utmar einen neuen Rundkurs geschaffen, der auch für die versierten Fahrer eine weitere Herausforderung war. Neben vielen bekannten Gesichtern hatte sich auch eine Gruppe aus dem Sauerland angekündigt, die von Horst, dem Mann mit den abenteuerlichen Mitsubishi-Sondermodellen, für dieses Event begeistert wurde. Im Laufe des Tages sollte sich dann sogar herausstellen, dass Sauerländer nicht unbedingt introvertiert sind und zwingend die Etagen unterhalb des Wohnraumes zum Lachen aufsuchen. Familie Brockner, Liebner, Biermann und auch Franzi aus unserer Büdinger Zeit gehören mittlerweile zum Establishment. Kurzum der Tag begann und mit Spannung setzten sich die Gruppen in Bewegung. Ein besonderes Interesse galt natürlich wieder den Luxuskarossen, denn viele Teilnehmer zweifelten an der Geländegängigkeit des Touaregs und Discovery3, zumal die Fahrzeuge mit den „Geländenovizen Michael Menke, Martin Kamplade und Cajus Stausberg besetzt waren.
Während die Fortgeschrittenen bereits aktiv im Gelände mit Markus, Matthias und Christoph unterwegs waren, nahmen Horst und Martin die Einweisung der Neulinge vor. Auf die Details gehen wir nicht ein, denn alles wiederholt sich an dieser Stelle. Das heißt aber nicht, dass im Instruktorenteam gähnende Langeweile entsteht. Für uns ist es immer wieder ein Ereignis und auch bereichernd, zu sehen, wie straßengewohnte Fahrzeugführer ihre ersten Berührungen mit den Off Road-Passagen erleben. Zitternde Knie, zu viel Gas und eine gehörige Portion Skepsis sollen durch uns in angemessene Regionen gelenkt werden. Sicherheitsaspekte werden erörtert und in der Praxis umgesetzt, Technik wird spürbar erfahren. Für uns ist ein solcher Tag immer eine Gratwanderung, denn wir wollen Spannung ohne Gefährdung erzeugen. Es soll kein Zwang entstehen, Passagen zu befahren, obwohl die Vernunft mahnt!
Nachdem nun am Vormittag die inneren Schweinehunde bekämpft waren und die Teilnehmer ein gesundes Selbsteinschätzungsmaß fanden, trafen sich alle zur Aufnahme lebensnotwendiger Kalorien an der Grillhütte. Der Nachmittag sollte die Fahrer vor eine neue Bewährungsprobe stellen. Geschick war gefordert, denn es galt, abgesteckte Parcours zu meistern und Beweis anzutreten, ob das Erlernte auch umgesetzt werden konnte. Unser Mann von der Oberbergischen Presse, Stephan Hassel, fand mittlerweile auch den Weg zu uns. Im Cherokee, mit seinem beifahrenden und aufmerksamen Sohn, zeigte er Fingerspitzengefühl. Doch das sollte auch anderen gelingen. Alle Teilnehmer schlugen sich mit Bravour, doch im Besonderen zeigte Cajus Stausberg in seinem Discovery 3, dass Länge kein Nachteil ist. Die Technik der modernen 4x4, wie die eines Touaregs oder eines Disco 3, kann wirklich bewundernswert im Gelände umgesetzt werden und so fragen wir Instruktoren uns, bedarf es wirklich noch eines Handicapfaktors, wenn diese Fahrzeuge im Wettbewerb gegen eine Suzuki SJ oder Lada Niva im Geschicklichkeitsfahren antreten? Dem Tagessieger, Cajus Stausberg, darf man aber ohne Neid anerkennen, dass seine Ruhe und Gelassenheit ein wichtiger Bestandteil seines Erfolges waren. Nicht zuletzt sei aber auch erwähnt, dass Erwin Nelles, Quadhändler aus Bergisch Gladbach Kürten, mit seinen Fahrzeugen das Zünglein an der Waage war. Alle Teilnehmer mussten innerhalb einer Sollzeit und ohne Uhr eine abgesteckte Strecke befahren. Die Mehr-oder Mindersekunden wurden in Strafpunkte umgerechnet. 1Minute30 war die Vorgabe. Als absolut zeitlos, das kann ja auch durchaus positiv sein, erwies sich Eva mit einer ewig andauernden Vorstellung.
Pünktlich mit der Ausgabe der letzten Teilnehmer-Urkunde zog ein Gewitter auf und alle suchten Zuflucht unter dem Dach der Grillhütte, um bei anregenden Gesprächen den Abend zu begehen.
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